September 5, 2017

Stolpern über Stolpersteine

„Stolpersteine“ startete einst als Kunstprojekt, um an die Verfolgten des Nationalsozialismus an ihren letzten frei gewählten Wohnorten zu erinnern. Da die Menschen aus ihrem Alltag herausgerissen wurden, sollen sie mit der Verlegung der Stolpersteine symbolisch in ihre damalige Nachbarschaft zurückgeholt werden.

Seit November 2016 erinnern vier Stolpersteine vor dem Haus Köpenicker Straße 40-41 an die Familie Baruch und geben ihr ein Gesicht. Sie lebte hier bis 1942. Die Eltern Richard und Gertrud wählten den Freitod, um der zu erwartenden Deportation zu entgehen. Ihr Sohn Martin Moshe Baruch konnte bereits 1938 nach Palästina flüchten. Zum ersten Mal besuchten nun seine Nachfahren, die heute in den USA leben, Berlin. Ihre wichtigste Adresse war das einstige Wohnhaus ihrer Großeltern, Mutter und Vater. Zusammen mit Anwohnern der Köpenicker Straße 40-41 sowie Teammitgliedern von Trockland und von Stolpersteine Berlin gedachten sie ihren Angehörigen im Rahmen einer bewegenden Zeremonie. Dank der großartigen Unterstützung bei der Recherche durch die Freiwilligen von Stolpersteine Berlin konnte die Familie Baruch noch einige wichtige und neue Dinge über ihre Angehörigen erfahren. Für uns war sehr schön zu erleben, wie sehr diese Initiative sich auf das heutige Leben von Menschen auswirkt.

Mehr Informationen: Stolpersteine Berlin

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